Strategisches Leiden im Hyrox Wettkampf - Die besten Athlet*innen sind die, die ihr Leiden am besten steuern!
Strategisches Leiden: „Die besten Athleten sind nicht
diejenigen, die weniger leiden – sondern diejenigen, die ihr Leiden besser
steuern.“
Wusstest du das hier?
Im Ausdauer- und Hybrid-Sport spielt die Fähigkeit zum strategischen Leiden eine zentrale Rolle. Athletinnen und Athleten müssen während des Wettkampfs hohe körperliche Belastungen tolerieren und gleichzeitig ihre Leistung bewusst steuern. Die Forschung zeigt, dass erfolgreiche Sportler*innen Belastung nicht einfach „aushalten“, sondern sie aktiv regulieren und strategisch einsetzen. Entscheidend ist dabei die Fähigkeit, körperliche Signale wie Ermüdung oder Schmerz wahrzunehmen und das Tempo entsprechend anzupassen, ein Prozess, der als Pacing bezeichnet wird.
Typische Strategien des Pacings sind beispielsweise beim kontrollierten Startlauf zu finden: Viele Athleten laufen den ersten Kilometer bewusst etwas langsamer als ihr maximales Renntempo, um einen zu schnellen Laktatanstieg zu vermeiden. 😊 Die ökonomische Arbeitsweise an Kraftstationen bei Übungen wie Sled Push, Sled Pull oder Farmers Carry werden mit konstantem Rhythmus ausgeführt, anstatt mit maximaler Geschwindigkeit zu starten und frühzeitig zu ermüden. Aktive Erholungsphasen im Laufen sind nach besonders intensiven Stationen (z. B. Burpee Broad Jumps oder Wall Balls) wichtig und die Athleten können im anschließenden Lauf, ihre Atmung stabilisieren und ihre Muskulatur teilweise regenerieren.
In der Endspurtstrategie versuchen viele Athleten , besonders in den letzten zwei Stationen oder im finalen Lauf ihre Intensität nochmals zu erhöhen, wenn klar ist, dass keine lange Belastung mehr folgt.
Das psychobiologische Modell der Ausdauerleistung erklärt, dass
sportliche Leistung nicht allein durch physiologische Grenzen bestimmt wird.
Vielmehr entscheidet das Gehirn anhand der wahrgenommenen Anstrengung und der
Motivation, wie lange eine Belastung aufrechterhalten wird.
Neuere Forschung zeigt außerdem, dass mentale Faktoren wie kognitive
Kontrolle und mentale Ermüdungsresistenz gezielt trainiert werden können,
beispielsweise durch sogenanntes Brain Endurance Training. Dadurch lässt
sich die Fähigkeit verbessern, unter hoher Ermüdung weiter Leistung zu
erbringen.
Strategisches Leiden ist damit keine reine Willenskraftleistung, sondern
ein komplexes Zusammenspiel aus Physiologie, Wahrnehmung, Motivation und
Erfahrung.
Ein zweiter Teil folgt in den nächsten Tagen. 😊
Quellen:
Thiel, C., Pfeifer, K., & Sudeck, G. (2018). Pacing and perceived exertion in endurance performance in exercise therapy
and health sports. German Journal of Exercise and Sport Research, 48,
136–144. https://doi.org/10.1007/s12662-017-0489-5
Ramos-Campo,
D. J., Foster, C., Andreu-Caravaca, L., Rubio-Arias, J. Á., & Rosenblat, M.
A. (2025). Comparative effects of pacing strategies on endurance performance: A
systematic review and network meta-analysis. Sports Medicine. https://doi.org/10.1007/s40279-025-02367-3
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